EDITORIAL des IPB-Newsletters 06/05

Patente - Qualität geht vor Quantität

Hamburg | 03.05.2006 | Loop | ca. 2.500 Zeichen

Hätten Sie es gewusst? Am 24. April war der 5. Welttag des Geistigen Eigentums. Erstaunlich ruhig war es in diesem Zusammenhang in Deutschland, dem Land der Ideen. Doch die deutsche Politik misst dem Thema, eine immer stärkere Bedeutung bei. So hatte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos bereits bei seinem jüngsten USA-Besuch eine stärkere internationale Zusammenarbeit bei Maßnahmen zum des Schutz Geistigen Eigentums erörtert. Auch der Parlamentarische Staatssekretär des BMWi (Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie), Hartmut Schauerte, nahm am 26. April 2006 an einer internationalen Konferenz zum Tag des Schutzes Geistigen Eigentums in Peking teil.

Dennoch zeigt sich die Berichterstattung über Innovationen und Patente in der deutschen Öffentlichkeit bislang sehr undifferenziert. Wenn es um die Innovationskraft Deutschlands geht, so lassen es sich Unternehmen, Institutionen, Politiker und folglich auch die Medien oftmals nicht nehmen, nur auf die Quantität der Patentanmeldungen hinzuweisen, ohne ein Wort über deren Qualität zu verlieren. Dabei ist dies ungefähr so, als wolle jemand als Beweis dafür, dass er ein Sternekoche ist, die Anzahl der verkauften Essen anführen.

Die zentrale Bedeutung, die Patente für die Wertschöpfung in vielen Branchen spielen, wird bislang insbesondere vom deutschen Mittelstand noch unterschätzt. Und dies obgleich Deutschland eines der besten - wenn nicht das beste - Patentsystem der Welt hat und daher ein echter Standortvorteil existiert. Die Neue Züricher Zeitung beschrieb den Zustand des Deutschen Innovationsgeschehens im vergangenen Jahr mit folgenden Worten: "Auch bei anderen Gelegenheiten verlassen sich deutsche Unternehmensvertreter gerne auf den Staat; von einer Technologiepolitik erwarten viele Orientierungshilfe, von einer Innovationspolitik Geld für Forschung und Entwicklung, von der Handwerksordnung Schutz vor Konkurrenz."

Abschließend bleibt zu bemerken, dass die sachliche Betrachtung des Themas in der Öffentlichkeit zumindest steigt:

"Was nützt etwa ein Spitzenplatz bei den Patenten, wenn ohnehin schon haufenweise Ideen brachliegen, weil es zu wenige Unternehmer gibt und oft auch Banken das unvermeidbare Innovationsrisiko scheuen", übte Lothar Späth beispielsweise vor wenigen Tagen im Handelsblatt leise Kritik am Plan der Bundesregierung, weitere sechs Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung auszugeben. Es sei vielmehr notwendig die vorhandenen Ideen umzusetzen.

Dem ist wenig hinzuzufügen, außer vielleicht, dass wir Ihnen bei dieser Aufgabe gern mit unseren Leistungen weiter zur Seite stehen.

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