EDITORIAL des IPB-Newsletters 01/08

Hamburg | 18.01.2008 | Ostler | ca. 5.700 Zeichen

2008 wird wieder ein spannendes Jahr für die IPB! So werden allein die von uns betreuten Patentverwertungsfonds in diesem Jahr über 100 Mio. Euro in die Umsetzung patentierter Ideen in marktfähige Produkte investieren. "Das Interesse des Kapitalmarkts an gewerblichen Schutzrechten ist sehr groß", so Stephan Lipfert, Prokurist bei der IP Bewertungs AG (IPB). "Wir reagieren auf diese Entwicklung und suchen weiterhin verstärkt vermarktungsfähige Patente aus den unterschiedlichsten Technologiebereichen." Damit einher geht auch der weiterhin steigende Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. So sucht die IPB derzeit intensiv nach berufserfahrenen Vertriebsmitarbeitern mit naturwissenschaftlichem oder technischem Background sowie Patenteinkäufer. Alle gesuchten Profile haben wir auf unserer Website zusammengestellt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unseren IPB-Newsletter auch an Freunde und Bekannte weiterleiten, die gegebenenfalls eine (neue) Position suchen.

Patentanmeldungen
Gerade einmal 18 Tage alt ist das neue Jahr, doch in Bezug auf Patente läuft es schon auf Hochtouren. Schlagzeilen über Patentrechtsverletzungen in China und die Diskussion über Patentanmeldungen im Maschinenbau bestimmen neben den Vorwahlen in den USA das Medienbild. Das erhöhte Interesse der Öffentlichkeit spiegelt auch die gestiegene wirtschaftliche Bedeutung von Patenten wider. Unternehmen, Hochschulen und Erfinder haben längst das Potential, das in immateriellen Vermögensgütern steckt, erkannt - nicht umsonst gibt das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) Jahr für Jahr neue Rekordzahlen bei der Patentanmeldung bekannt. Allein 2006 waren es 60 585 neu angemeldete Erfindungen. Die Prognosen für das vergangene Jahr übertreffen diese Zahl noch um einiges. Auch bei der Anmeldung internationaler Patente können sich die deutschen Erfinder sehen lassen: Von 145 300 Patenteinreichungen bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) im Jahr 2006 stammten 17 000 aus Deutschland. Nur in den USA und Japan wurden mit 50 000 und 27 000 Erfindungen noch mehr internationale Patente angemeldet.

Rekordzahl in China
Bislang genossen die Ingenieure in einigen asiatischen Staaten den zweifelhaften Ruf als akribische Kopisten. Allmählich jedoch beginnen sie sich von ihren Vorbildern aus Europa und den USA zu emanzipieren. Speziell China und Südkorea meldeten Patente in Rekordzahl an. Mit einem Anstieg von 56,8 Prozent auf 3 910 Anmeldungen verdrängt China sogar die Schweiz und Schweden und nimmt inzwischen Platz acht in der Rangliste der erfinderischsten Nationen ein.

Plagiate und Patentschutz
Was Patente so attraktiv macht? Das alleinige Benutzungs- und Verfügungsrecht, die Sicherung des Vorsprungs vor der Konkurrenz und der Schutz vor Nachahmern sind nur drei der vielen Vorteile von Patenten. Letzterer steht zurzeit jedoch in der Diskussion. Die Angst der deutschen Wirtschaft vor Produktpiraten aus China ist groß. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rät den Mitgliedern inzwischen sogar, Patente nur noch anzumelden, wenn die Produkte ein sehr komplexes technischen Know-how voraussetzen. "Wir versuchen, die Chinesen so lange wie möglich auf Abstand zu halten", so die Meinung diverser Maschinenbau-Unternehmen. Patentamtspräsident Dr. Jürgen Schade warnt jedoch im Gegenzug: "Patente nicht anzumelden, bedeutet, weltweit keinen Schutz zu haben."

Die Diskussion um "Panzerschrank statt Patentstempel" und chinesische Plagiate, sei es im Maschinenbau oder anderen Bereichen, könnte jedoch generell bald hinfällig sein. "Wenn sich die Entwicklung in China linear fortsetzt, haben die Chinesen es schon bald nicht mehr nötig abzukupfern. Die Industrieländer müssen sich eher darauf konzentrieren, im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich die Nase vorn zu behalten", erklärt Schade.

"Wir stimmen den Aussagen von Dr. Schade voll und ganz zu", sagt Stephan Lipfert. Nicht zum Patent angemeldete Ideen können weltweit von jedem Profi nachgebaut werden. "Geheimhaltung, d.h. die Innovation nicht zum Patent anzumelden, ist nur dann überhaupt eine Option, wenn dies wirklich gelingt," betont Lipfert. "Mitarbeiterfluktuation oder erkennbare Merkmale am Endprodukt torpedieren jedoch nicht selten eine 100%ige Geheimhaltung." Zudem stehen die Chancen sogar zunehmend gut, bei Patentverletzungen in China Recht zu bekommen, gerade bei hochwertigen Produkten.

Denn häufig wird unterschlagen, dass es in China Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums gibt, die weitgehend internationalen Standards entsprechen. Außerdem ist China fast allen bedeutenden internationalen Konventionen zum Schutz geistigen Eigentums beigetreten und hat wichtige Abkommen wie beispielsweise TRIPS (Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights) unterzeichnet.



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