EDITORIAL des IPB-Newsletters 06/08

Hamburg | 26.06.2007 | Ostler, Pauls | ca. 4.900 Zeichen

Mit Innovationen zum Sieg
Er wird getreten, beschimpft, bejubelt und manchmal sogar geküsst, der Fußball hat während eines Spiels viel auszuhalten. Die Statistik des EUROPASS belegt die Strapazierfähigkeit des High-Tech Sportgeräts:

26.129 Pässe wurden während der Vorrunden und Viertelfinals gespielt, 1.247 Einwürfe gemacht, 715 Flanken getreten und 224 Torschüsse erfolgreich pariert. Doch es reicht schon ein Schuss, um zu zeigen, was mit dem neuen Ball möglich ist - der Freistoß von Michael Ballack im entscheidenden Vorrunden-Spiel der Gruppe A, Deutschland gegen Österreich. 25 Meter, von 0 auf 121 Stundenkilometer, direkt ins rechte Eck. Michael Ballack ist einer der besten Freistoßspezialisten der Welt, doch auch die beste Technik hilft nicht, wenn der Ball schlechte Flugeigenschaften hat, flattert oder sich während eines Spiels verformt. Probleme, mit denen Spielergenerationen vor Ballack regelmäßig zu kämpfen hatten.

Von Telstar zu EUROPASS
Als 1863 in London die Football Association zusammentrat und ein verbindliches Regelwerk beschloss, konnte keiner der Beteiligten ahnen, wie viele Patente notwendig waren, um die Entwicklung dieser Sportart derart voranzutreiben. Die Gründer des modernen Fußballs legten bei ihren Treffen u. a. eine stetige Verbesserung am Spielgerät und der Ausrüstung fest. Ziel dieser Bemühung war und ist es, Schmerzen oder Verletzungen zu vermeiden und eine möglichst gute Kontrollierbarkeit des Balls zu erreichen.

Die ursprünglichsten Bälle wiesen in diesen Punkten einiges Verbesserungspotenzial auf. Sie waren meist in der Zwei-Schalen Technik gebaut. Eine möglichst luftundurchlässige Blase sollte als "Innenschale" eingepumpte Luft halten und ein aus mehreren Segmenten zusammengenähter Ledermantel stellte deren Schutz als abnutzungsstabile "Außenschale" dar.

Die Materialwahl und -weiterentwicklung, Vernähungs- oder Verklebungstechniken und die Abstimmung aller Ballkomponenten aufeinander stellen seither die Haupttätigkeitsgebiete der Forscher und Entwickler dar.

"Als innovatives Unternehmen mit Teamgeist suchen wir dauerhaft Patente, die schon heute an die Welt von morgen denken - sei es im Sport, Maschinenbau, im Life-Science Bereich oder beispielsweise der Chemie", sagt Karsten Müller, Vorstand der IP Bewertungs AG (IPB). "Wie auch im Fußball versuchen wir durch die genaue Analyse des Innovationspotenzials, ständige Weiterentwicklung Ihrer Technologie und unserer langjährigen Expertise aus Ihrem Wissen Werte zu schaffen und Sie damit auf dem Weg bis zum Ziel zu fördern, zu beraten und zu begleiten."

Bis zum Ende der 1960er-Jahre bestand ein Fußball aus vernähten Lederstreifen. Deren Anordnung prägt bis heute die Zeichnung auf Volleybällen. Eine deutliche Annährung an die Kugelform brachte der "Telstar", mit dem erstmals bei der WM 1970 in Mexiko gespielt wurde. Er besteht aus zwölf Fünfecken und 20 Sechsecken. Dieses Design prägte bis zur WM 2006 und dem "Teamgeist" das Aussehen der Spielbälle

Der Ball ist rund
Ob der neue EM-Ball besser oder schlechter ist als seine Vorgänger können nur die Spieler selbst beurteilen. Die Entwickler des Adidas Innovation Teams sind sich jedoch sicher, dass ihre Arbeit den Ball besser kontrollierbar machen und die beständigen Spieleigenschaften Vorteile bringen. Dafür haben die Forscher beispielsweise ein neues Stützgerüst entwickelt, das die im Inneren verborgene Luftblase aus Latex hält. Kreuzweise verklebte Baumwoll-Nylon-Fasern verteilen die beim Tritt entstehenden Kräfte homogen über den ganzen Ball. Durch die Verringerung von bisher 31 auf jetzt 14 mit der patentierten Thermo-Klebtechnik gefertigten Panels wurde weiterhin die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler beim Schuss auf die Naht trifft - was zwangsläufig zu Zielungenauigkeiten führt - reduziert. Zudem bereitet sich die luftgefüllte Blase gleichmäßiger aus, so dass der Ball runder als alle seine Vorgänger ist. Ergebnis: Der EUROPASS springt schneller und berechenbarer vom Rasen zurück.

Im Flug glänzt EUROPASS mit einer Oberfläche wie Gänsehaut, der PSC-Texture. Die neue Oberflächenstruktur des Balls ermöglicht es Spielern, den Ball bei allen Wetterbedingungen zu beherrschen und zu kontrollieren. Die PSC-Texture ist eine sehr feine Struktur auf der Außenhaut des Balls, die eine sehr gute Griffigkeit zwischen Ball und Fußballschuh gewährleistet.

Vom Schienbeinschoner zur Schiedsrichterpfeife, von den Torwarthandschuhen bis hin zur Eckfahne, rund um den Fußball gibt es kaum etwas, dass in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht grundlegend weiterentwickelt wurde. Die, für die Deutsche Nationalelf wohl wichtigste Innovation waren die Schraubstollenschuhe von Adolf Dassler, die das Team 1954 zum WM Titel führte.
"Wir freuen uns auf Ihre Patente und wer weiß, vielleicht macht Ihre Innovation Deutschland zum Welt- und Europameister von morgen!", betont Müller.

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